Die mD5: Erst das fünfte Rad am Wagen, doch zum Schluss gut in der Spur

Gruppe von Kindern, die in einer Sportarena stehen, mit einem Trainer oder Betreuer, während sie Handbälle halten. Die Atmosphäre ist lebhaft, mit vielen Zuschauern im Hintergrund und einem Fußballtor sichtbar.

Im Sommer zu Saisonbeginn waren alle vier mD-Teams der JSG randvoll besetzt. Am Ende der Liste fanden sich ein paar Kinder, deren Aussicht auf Mitspielen in der Liga nicht gut war: Sie waren Anfänger oder wurden noch nicht von der Handball-Muse geküsst. Manche hatten sogar die Handballschuhe wieder an den Nagel gehängt.

Eine fünfte mD wurde also aufgemacht, da war die Saison schon im Gange. Sieben Jungs sollten es laut Liste sein, die es zu reanimieren galt. Manches Training im Herbst fand nur mit drei oder fünf Kindern statt, weil die guten Trainingszeiten längst vergeben waren. Werfen, Fangen, rückwärts ohne Umfallen: Es gab ordentlich Luft nach oben. Manch ein Ball blieb beim Torwurf fast in der Luft stehen. Zeitlupe gibt es scheinbar nicht nur im Fernsehen.

Es waren zu wenige Spieler für eine Ligasaison, aber zu viele, um sie enttäuscht nach Hause zu schicken. Eine Extraportion Zuversicht war vonnöten. Nach den Herbstferien wurde die mD5 nachgemeldet und mit anfänglicher Hilfe der Harsefelder D reichte es für eine gut besetzte Auswechselbank. Wir bekamen ordentlich die Hütte vollgeballert, doch die hohen Niederlagen waren schnell geschluckt, denn die eigenen Tore wurden von Spiel zu Spiel mehr. Motto: das Positive im Blick behalten! Doch Handball wird vor allem mit den Beinen gespielt. Das mussten einige erst noch verinnerlichen.

Aber wo ein Wille ist: Eifer und Trainingsbeteiligung nahmen stetig zu, neue Jungs fanden zu uns und ein TW-Talent war gefunden: Jakob fing bei uns an und entdeckte seine Leidenschaft am Toreverhindern. Das war der Wendepunkt. Kurz vor Weihnachten gewannen wir gegen BüDro unser erstes Spiel. Aus der E bekamen wir nun Hilfe durch Mads und Niklas, die sich toll ins Team einbrachten und gehörig zu unserem Sieg beitrugen. Helau und Hurra!

Der absolute Höhepunkt folgte dann knapp drei Monate später. Gegen unsere D3 konnten wir in einem enorm spannenden Spiel 23:22 gewinnen. Damit war wirklich nicht zu rechnen, schließlich waren wir allesamt einen Kopf kleiner. Dementsprechend fiel der Jubel aus und der Stolz über die eigene Leistung war enorm, so dass vermutlich der eine oder andere um ein paar Zentimeter größer wieder nach Hause ging.

Das folgende Spiel gegen BüDro musste ohne die Jungs aus der E stattfinden. Und doch gewann die D5 auch dieses Spiel, denn Jakob, Lasse, Jonathan, Bilal, Moeez, Emil, Leopold, Noah, Richard, Luca und Carlo haben Handball gelernt.

Herzlichen Glückwunsch! Ihr seid tolle Jungs!

Die letzten Spiele sind nicht der Rede wert, der Ausflug nach Hamburg jedoch allemal: In großer Runde samt Elternschaft ging es zuletzt mit der S-Bahn zum HSVH gegen den THW Kiel. Ein schöner Ausklang mit ordentlich Paukenlärm im HSV-Fanblock, Autogrammen und Stars zum Anfassen. Hat sich gelohnt. So schön kann Handball sein!

Matthias Brandenburg